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Mini-Firma in der 2. Börsenliga
21. Oktober 2004

Mini-Firma in der 2. Börsenliga

Hamburger Morgenpost

Die Häuptlinge der Kaufhäuser

von Dierk Rohwedder

Andere Fonds-Häuptlinge sammeln Kapital für neue Tanker oder Containerschiffe ein, Claus-Matthias Böge sucht eher standfeste Investments ab 30.000 Quadratmeter - ohne Wasserberührung. Der Vorstandschef der Hamburger Deutschen EuroShop AG mausert sich zum Herrn der ausgefallenen Einkaufszentren - und hat es damit im September sogar bis in den M-Dax, die 'zweite Bundesliga' der Börse, geschafft.

Zwei Vorstands-Häuptlinge, drei Verwaltungs-Indianer - fünf Personen machen die komplette Belegschaft der kleinsten M-Dax-AG aus. Sie verwalten Beteiligungen an 14 Einkaufszentren von Wetzlar bis Pecs (Ungarn). Pro Jahr sollen zwei bis drei hinzukommen. Jüngstes Beispiel ist das erst im September eröffnete Phoenix-Center in Harburg. EuroShop hält eine 50-prozentige Beteiligung am 140-Millionen-Euro-Projekt, durch das 1.000 Arbeitsplätze entstanden sind.

Böges Rezept: Nicht auf teure großstädtische Citylagen (á la Karstadt/Kaufhof) setzen, sondern auf mittlere Zentren mit 20.0000 bis 30.0000 kaufstarken Einwohnern. Trotz Immobilien- und Konsumflaute schlägt sich die Aktie seit dem Börsengang 2001 nicht schlecht. Zuletzt lag der Umsatz bei 50 Millionen, der Börsenwert bei 556 Millionen Euro. 21 Prozent der Aktien gehören der Familie Otto (Otto Versand, Hamburg). Böge selbst kommt von der ECE, Europas führendem Betreiber von Einkaufszentren (Chef: Alexander Otto). Auch 2004 will EuroShop wieder eine hohe, steuerfreie Dividende von 1,92 Euro ausschütten. Analysten rügen, dass dafür Jahr für Jahr der Geldüberschuss (Cash-Flow) draufgeht. Deshalb soll das EuroShop-Kapital 2005 aufgestockt werden.